
Stefan Schriber hat letzten Freitagabend am Audx Brevet BRM 400 teilgenommen. Diese Brevet dienen zur Qualifikation für den Radklassiker Paris-Brest-Paris. Die Veranstaltungen sind einfach organisiert, haben dafür aber ihren ganz speziellen Reiz.
Hier der Bericht von Stefan:
Die Strecke führte zu mehreren Schlössern, bei denen jeweils ein Selfie gemacht und als Nachweis an Audax-Papi Thomas B. gesendet werden musste.
Gut sechs Tage zuvor begannen die Vorbereitungen, zeitgleich mit dem Erhalt des finalen GPX-Streckenfiles. Nun galt es, das Velo fit zu machen: neue Tubeless-Bereifung montieren, Bremsbeläge, Kette und Kassette kontrollieren und natürlich die Strecke genau zu studieren. Ebenso wichtig war die Planung einer Pacing-Strategie: Wo verpflege ich mich? Wo mache ich Pause? Wobei die Realität unterwegs oft ganz anders aussieht als die Theorie.
Auch die Wahl von Kleidung, Lichtausrüstung und Gepäcktaschen wollte gut überlegt sein, um das Gewicht möglichst tief zu halten. Für Nachtfahrten hat sich bei mir inzwischen die Petzl Nao Helm-Stirnlampe etabliert. Früher fuhr ich solche Brevets mit Nabendynamo, was sich jedoch durch das höhere Systemgewicht und die zusätzlichen 3–4 Watt Leistungsbedarf bemerkbar macht.
Der Rest ist eigentlich schnell erzählt:
05.06.26 / 20:12 Uhr – km 0
Voll motiviert, pure Vorfreude, super Stimmung.
06.06.26 / 00:30 Uhr – km 100
Rhythmus gefunden, ein tolles kleines Grüppchen ebenfalls. Danke an Lexi, Lukas, Robin und viele weitere.
06.06.26 / 04:45 Uhr – km 200
Ich geniesse den Zauber der Nacht mit der wunderbar abnehmenden Mondlaterne und den ersten Anzeichen der Morgendämmerung bei Brügg und Aegerten. Dazu ein scheinbar endloser Gravelabschnitt entlang des Nidau-Büren-Kanals. Überhaupt war der Gravelanteil mit knapp 15 % alles andere als unerheblich.
km 250 / kurz nach 07:00 Uhr
Erster Verpflegungs- und Shopstopp in Aarwangen.
06.06.26 / 09:45 Uhr – km 300
Kurz zuvor der vorletzte Checkpoint beim Schloss Trachselwald. Die Beine haben sich auch schon besser angefühlt, die ersten Wehwehchen machen sich bemerkbar.
km 364
Letzter Checkpoint beim Schloss Wimmis. Was jetzt folgt, ist eigentlich nur noch ein Nachhause-Schleppen. Die Beine sind leer, mehr als etwa 130 Watt bringe ich kaum noch auf die Pedale oder „mehr als lockeres Dahinrollen war nicht mehr möglich“ – und das gegen den langsam auffrischenden Wind im Aaretal.
06.06.26 / 14:40 Uhr – Ziel
Überglücklich, aber mit schmerzenden und brennenden Füssen und Beinen und kaum mehr in der Lage, aufrecht zu gehen, erreiche ich als Vierter des 400-km-Brevets das Ziel.
Möglich wurde dies dank der Strategie, möglichst viel Verpflegung bei sich zu tragen und die Pausen auf ein Minimum zu reduzieren.
Danach hiess es nur noch: schnell nach Hause, duschen und weg bis morgen.
Zur allgemeinen Information: Das Teilnehmerfeld der 400er- und 600er-Brevets war jeweils auf 60 Startende begrenzt. Am frühen Morgen des 6. Juni startete zudem ein etwas kleineres Feld zum 200er-Brevet «Bärn to Explore».
Riesengrosser Respekt gilt auch allen, die das 600er-Brevet «Bärn to Survive» absolviert haben. Da bin ich mir nicht sicher, ob ich das schaffen würde.
Ebenso ein riesiges Dankeschön an Chris F. aus Bern, der diesen Anlass in die Orangerie nach Bern geholt hat und mit der Streckenerstellung sowie der gesamten Organisation einen enormen Effort geleistet hat.
Beste Grüsse
Stefan

























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